Lavinia Greenlaw, Durs Grünbein, Martin Mosebach, Felicitas Hoppe, Thomas Hettche, Daniel de Roulet, Marcel Beyer

Die Berge sind mir fremd
Texte der Spycher Preisträger
herausgegeben von Thomas Hettche

Edition Spycher 1
im Verlag von Urs Engeler, Basel / Weil am Rhein, 2005. Gebunden, Leinen, 160 Seiten, 17 € / 29 CHF.
ISBN 978-3-938767-00-9

 

 

 




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Edition Spycher 1

Es ist die ausdrückliche Absicht des Spycher: Literaturpreises Leuk, Schriftsteller auszuzeichnen, die als Mittler zwischen den Sprachen und literarischen Formen agieren und sich daher in der Topographie des Wallis zu Hause fühlen könnten, die selbst eine des Durchgangs und des Austauschs ist. Jeweils auf fünf Jahre gewährt der Preis Gastrecht. Über die Jahre sind dabei nicht nur Texte an diesem Ort, sondern auch über diesen Ort entstanden. Diese Texte möchte die Stiftung Schloss Leuk in einer eigenen Edition zu versammeln, für die mit Urs Engeler ein renommierter schweizer Verleger jüngerer Literatur gewonnen werden konnte. Die Edition Spycher versteht sich dabei als dezidiert mehrsprachige Reihe, was zum einen der Bilingualiät des Wallis Rechnung trägt und zum andern die Sprachen der Autoren des Spycher repräsentiert.

 

 







 

 

Andrea Köhler, Christian Döring, Michael Maar, Marion Graf, Roman Bucheli, Hubert Spiegel, Iso Camartin, Dieter Bingen

Laudationes 2001 – 2005
herausgegeben von Thomas Hettche

Edition Spycher 2
im Verlag von Urs Engeler, Basel / Weil am Rhein, 2006. Gebunden, Leinen, 130 Seiten, 17 € / 29 CHF.
ISBN 978-3-938767-16-0

 

 

 

Edition Spycher 2

Eine Laudatio ist immer Stellvertreter, insofern sie auf das, was sie preist, als auf etwas Abwesendes verweist. Sie bewegt sich also in einem prekären Zwischenreich: Funktional für einen bestimmten Anlaß, gewinnt sie doch erst Leben, wenn sie sich von diesem Anlaß löst. Und damit auch von ihrem Gegenstand. Und zwar nicht selten auf seine Kosten. Genau das ist ihr Wagnis und ihr Reiz. Der Spycher: Literaturpreises Leuk hat das große Glück, immer wieder derartige Kabinettstücke provoziert zu haben. Texte von solch eigener Dignität, daß die Entscheidung, sie in einen Band der Edition Spycher zusammenzufassen, weniger mit den Preisträgern zu tun hat, mit denen sie sich beschäftiten, als mit der Tatsache, daß sie selbst nicht wenig dazu beigetragen haben, aus Leuk einen Ort der Literatur zu machen.
Einen Ort in den Wolken, seitdem Andrea Köhler diese als Zeugen der ersten Preisträger herbeirief und als Aufgabe für die literarische Phantasie aller weiteren. Außer ihrer, der ersten Laudatorenstimme des Preises, versammelt dieser zweite Band der Edition Spycher diejenigen von Christian Döring, Michael Maar, Marion Graf, Roman Bucheli, Hubert Spiegel, Iso Camartin und Dieter Bingel. Sie alle sind zu jenen Wochenenden im Frühherbst, an denen traditionell die Preisverleihung stattfand, ins Wallis gereist und durch Leuk spaziert, haben vom Turm des Schlosses auf die Rhone hinabgesehen und sind bei einer Raclette und einem Wein mit den Literaturbegeisterten der Stiftung Schloß Leuk und des ganzen Städtchens ins Gespräch gekommen, denen der Spycher: Literaturpreises Leuk seine Existenz verdankt.

 













 

 

Barbara Honigmann
Der Blick übers Tal
Zu Fotos von Arnold Zwahlen
herausgegeben von Thomas Hettche

Edition Spycher 3
im Verlag von Urs Engeler, Basel / Weil am Rhein, 2007. Gebunden, Leinen, 110 Seiten, 10 € / 19 CHF.
ISBN 978-3-938767-38-2

 

 

 

Edition Spycher 3

„Hier ist es zu schön, da können wir nicht bleiben“, schrieb Barbara Honigmann einmal. Eine Haltung zur Welt, die denkbar konträr zu jener Arnold Zwahlens steht, dessen Photographien unter dem Motto entstanden sein könnten, daß es hier, wo man lebt, gerade deshalb schön ist, weil man bleiben muß.
Eine unbedingte Städterin und Europäerin, deren Lebenshintergrund sich über dem ganzen Kontinent aufspannt, eine Jüdin, deren Lebensgeschichte von der Historie bestimmt worden ist, und eine Schriftstellerin, die die Länder und die Sprachen wechselte, betrachtet die Photographien eines Mannes, der fast sein ganzes Leben in einem Radius von wenigen Kilometern verbracht hat, und dessen Bilder nichts zeigen als Alltagsleben, das sich in eben diesem engen Radius und um die Stadt abspielte. Und zwar auch zu jener Zeit, als sich im übrigen Europa die Katastrophe des jüdischen Lebens vollzog.
Zwei Leben, die auf gewisse Weise von den denkbar entferntesten Punkten des zwanzigsten Jahrhunderts ihren Ausgang nahmen, treffen in diesem dritten Band der Edition Spycher aufeinander. Blicke überwinden Entfernungen mühelos. Barbara Honigmanns Blick auf die Bilder Arnold Zwahlens überwindet dabei die Zeit. Ihre eigene und jene, die in diesen Bildern sich aufgespeichert hat. Denn Zeitmesser ist der Photograph ebenso wie die Schriftstellerin. Als eine Arbeit „kurz hinter der Wahrheit und dicht neben der Lüge“ hat Barbara Honigmann einmal ihr Schreiben charakterisiert. Es ist ein Tun, das daran glaubt, es läge ein Sinn darin, wenn wir etwas von unserer Welt bewahren und zeigen. Und in gewisser Weise ist beides wohl auch dasselbe.